Wolkenhimmel

Geschichte


25 Jahre Theatergruppe Filisur




1983 bis 2008


 

Fünfundzwanzig Jahre sind seit der Gründung der Theatergruppe Filisur vergangen. Zeit, einmal zurückzuschauen, denn seit jenem 1983 hat der Verein doch schon einige Hochs und Tiefs durchlebt.

Doch fangen wir von vorne an.

Nachdem sich die Musikgesellschaft Concordia und die Jungmannschaft nicht mehr dem Theaterspielen widmen wollten, ergriff Wolfgang Schutz die Initiative und lud mit einem kleinen Plakat am Anschlagbrett alle Theater-Interessierte ein.

Am 13. Dezember 1982 fand die erste Zusammenkunft im Restaurant Weisses Kreuz in Filisur statt. Folgende Theaterfreunde fanden sich dort ein:

 

Peter Barandun

Men Form

Romana Schmid - Gilli

Ursula Hohl

Arthur Huber

Heini Ryffel

Johannes Schmid

Luzi Schmid

Wolfgang Schutz

Rätia Velten

 

Mutig beschloss man nach kurzer Diskussion, ein Theaterstück auszusuchen und im Frühling 1983 aufzuführen. Die Gruppe stellte sich 2 Bedingungen, die erfüllt werden mussten, bevor man einen Theaterverein gründete: Bei den Aufführungen musste alles gut klappen und neue Mitglieder mussten gefunden werden.

Sofort wurde ein geeignetes Stück gesucht und gefunden: der 2-Akter „Dr Doppelgänger„ von K. Forrer.

Schon bald begannen die Proben unter der Regie von Men Form. Men gab sich alle Mühe, doch er war trotzdem der Meinung, dass es nicht schaden könne, wenn ein Profi sich das Ganze einmal anschauen würde. Er dachte dabei an einen ganz bestimmten Mann: den Schauspieler und Regisseur Elmar Brunner.

Gespannt warteten wir auf den „hohen“ Besuch und als er kam, gaben wir alles. Schliesslich hatten wir ja auch schon ein paar Proben hinter uns. Doch er schaute dem Spektakel nicht allzu lange zu. Schon nach den ersten Szenen rief er „Halt, halt, Stopp!!!!!“ Etwas erstaunt, brachen wir ab und hörten uns die vernichtende Kritik von Elmar an. Von da an nahm er das Zepter in die Hand, und es entstand eine langjährige, strenge und sehr lehrreiche Zusammenarbeit.

So brachten wir unser erstes Stück „Dr Doppelgänger“ im Frühling 1983 zur Premiere und das Publikum dankte es uns mit zahlreichem Erscheinen und viel Applaus.

Nach diesem Erfolg war natürlich klar, dass einer Vereinsgründung nichts mehr im Wege stand. An der Gründungsversammlung vom 05. September 1983 waren 14 Mitglieder anwesend, die den folgenden Vorstand wählten:

Präsident         Wolfgang Schutz

Kassier            Heini Ryffel

Aktuarin         Theres Projer

 

Schon am 27. September 1983 fand dann die erste Generalversammlung statt, wo die Statuten genehmigt und folgende Vorstandsmitglieder und Helfer gewählt wurden:

 

Vorstandsstellvertreterin        Erika Hanselmann – Plüss

 

Rechnungsrevisoren          Martin Aebischer

                                    Arthur Huber

 

Theaterkommission           Luzi Schmid

                                    Felix Schutz

                                    Rätia Velten  

                                    Peter Barandun

 

In den Jahren 1984 und 1985 spielten wir folgende Komödien unter der Regie von Elmar Brunner:

1984    „S muass öppis go” von T.J. Felix

1985    „Der wahre Jakob“ von Franz Arnold und Ernst Bach

 

1986 beschlossen wir, ein Kriminalstück zu spielen.

Das Stück „Zehn kleine Negerlein“ von Agatha Christie war ein recht schweres Stück. Für alle Beteiligten war es eine sehr strenge aber lehrreiche Saison: Spannung aufbauen ist schwieriger als das Publikum zum Lachen bringen.

Für die Zuschauer war das auch eine neue Erfahrung. Man war ja gewohnt, den ganzen Abend zu lachen und plötzlich gab es 10 Tote und kein Happy End (Elmar hatte mit seiner Umsetzung dafür gesorgt, dass wirklich niemand überlebte).

 

Nach den Erfahrungen mit dem Kriminalstück spielten wir in den kommenden Jahren wieder Schwänke und Komödien:

1987    „Liebe mit 100 PS“ von Emil und Arnold Golz

1988    „Tante Frieda“ von Fritz Wempner

1989    „Drunder und drüber“ von Arthur Brenner

1990    „Sprung in die Ehe“ von Max Reimann und Otto Schwarz

 

Mit dem Stück „Der wahre Jakob“ hatte die Theatergruppe das erste Mal die Gelegenheit, ausserhalb von Filisur zu spielen. Dank den Beziehungen von Luzi Schmid zum Schützenverein Davos konnten wir am Winterschiessen in Davos Glaris unser Stück vor vollem Haus spielen. Es war ein toller Erfolg und auch die Davoser Zeitung fand nur rühmende Worte.

Der Erfolg bei unserem ersten auswärtigen Auftritt motivierte uns natürlich für weitere Gastspiele und so spielten wir in den kommenden Jahren noch an folgenden Orten:

1985 mit „Der wahre Jakob“ auf der Lenzerheide

1986 mit „Zehn kleine Negerlein“ auf der Lenzerheide

1987 mit „Liebe mit 100 PS“ in Savognin

1989 mit „Drunder und Drüber“ wieder in Davos Glaris

 

Der Zuschaueraufmarsch auf der Lenzerheide und in Savognin war nicht sehr gross, dafür aber der Aufwand mit Kulissen, Beleuchtung und Transport. Aus diesem Grund verzichtete man auf weitere Gastspiele aus Eigeninitiative. Wir sind aber sicher weiterhin gerne bereit, auf Einladung wieder einmal ein Gastspiel zu geben.

 

Die Kosten, welche die professionelle Regie verursachten, waren immer wieder ein Gesprächsthema und sorgten an den Versammlungen öfters für heisse Köpfe.

Da aber aus den eigenen Reihen keine bessere und günstigere Lösung gefunden werden konnte, war man doch froh, dass man auf Elmar zählen konnte.

 

Die hohen Anforderungen, die unser Regisseur immer mehr an alle Spieler, Kulissenbauer und sonstigen Helfer stellte, führten dazu, dass es doch einigen zu viel wurde und darum die Theatergruppe verliessen. Der Vorstand und die Theaterkommission hatten auch vermehrt Mühe, Spieler und Helfer zu finden.

 

1991 entschied sich die Theaterkommission für den Schwank „De dopplet Ueli“ von Maximilian Vitus. Das Stück war mehr als 20 Jahren zuvor von der Musikgesellschaft schon aufgeführt worden. Alle waren gespannt, vor allem diejenigen, die sich noch erinnern konnten oder gar selber mitgespielt hatten.

1992 hatte man dann endlich wieder einmal den Mut, ein Kriminalstück zu spielen. „E durtriebes Spiel“. Das Stück kam beim Publikum sehr gut an. Die sehr hohen Ansprüche, die der Regisseur stellte, schlugen sich auch in der Kritik der Zuschauer nieder. Bemerkungen wie „irrsinnig gut gespielt, bestes je in Filisur gespieltes Theater, tolles Bühnenbild“ waren nicht selten.

Zum ersten Mal nahm die Theatergruppe auch am Theaterfestival in Thusis teil.

Die Tatsache, dass die Theatergruppe Filisur berücksichtigt wurde, und zur besten Spielzeit in der grössten Halle auftreten durfte, zeigte sicher auch, dass sie sich in den vergangenen Jahren über die Grenzen des Albulatals hinaus einen gewissen Namen gemacht hatte.

Das alles hatte jedoch seinen Preis. Ein Bruch innerhalb der Theatergruppe schien unvermeidbar: Der Verein hatte schon immer relativ wenige Mitglieder gehabt und war somit auf jede Hilfe angewiesen gewesen. Nach 1992 waren zu wenige bereit, das Schiff Theatergruppe Filisur durch den Sturm zu rudern. Der Entscheid des damaligen Präsidenten Martin Aebischer, die Theatergruppe auf Eis zu legen, war mutig aber notwendig. Man musste abwarten, bis sich die Lage beruhigte, erst dann hätte es einen Neubeginn geben können.

In den folgenden drei Jahren passierte nichts mehr, es fand auch keine Generalversammlung statt.

Erst 1996 kam wieder Bewegung in den Verein. Auf Initiative von Arthur Huber wurde im November 1996 eine Orientierungsversammlung einberufen, um festzustellen, ob und wie viel Interesse für die Theatergruppe bestand.

Nach reger Diskussion beschloss man, im Januar 1997 eine Generalversammlung abzuhalten. Doch zuvor trafen sich alle Beteiligten von 1992 zu einer Aussprache.

1997 und 1998 beschränkten wir uns mangels aktiver Spieler und Helfer und auch wegen der nicht gelösten Regiefrage auf kleine Vereinsanlässe und auf die Mithilfe an der Gemeindebsazig.

An der Mitgliederversammlung vom September 1998 suchten wir noch immer verzweifelt nach einer Lösung für die Regie. Aus den eigenen Reihen war niemand zu finden und Elmar Brunner war bis auf weiteres ausgebucht. Da erzählte uns Edi Schocher, dass Sunny Tyroller eventuell bereit wäre, Regie zu führen.

Weil sie zufällig gerade auch im Hotel Rätia war, wurde sie sofort zu uns in die Versammlung gerufen und sie sagte dann zur Freude aller Anwesenden auch gleich zu.

Nach langer Pause spielten wir unter ihrer Leitung endlich wieder Theater in Filisur:

1999 „Em Willi sini Frau“ von Max Reimann und Otto Schwartz

2000 „Das chaiba Testament“ von Maya Gmür

Das dankbare Publikum belohnte uns mit recht zahlreichem Erscheinen. Es war eine schöne Zusammenarbeit mit Sunny und die Theatergruppe Filisur lebte wieder richtig auf.

Leider verliess Sunny Filisur und konnte die Regie nicht mehr übernehmen.

2001 gab’s dann keine Aufführungen. Wir fuhren aber für zwei Tage nach Interlaken und besuchten die Tell Freilichtspiele.

2002 standen wir leider immer noch vor dem gleichen Problem. Uns fehlte ein Regisseur. So fiel das Vereinsjahr wiederum eher karg aus. Nur an der Dorfbsatzig waren wir wirklich aktiv.

2003 war uns klar, dass etwas geschehen musste. So versuchten wir unser Glück mit kurzen Einaktern, bei denen wir die Regie „im Team“ führten. Um den Abend zu füllen, spielten wir am gleichen Abend zwei: „Theäterla macht Freud“ von Claudia Gysel und „Die alti Kumoda“ von Th. Bernhöft.

Das Publikum dankte unseren Mut mit viel Applaus und so fühlten wir uns in unserem Schaffen bestätigt.

2004 spielten wir dann „De root Rock“ von Josef Brun und „Gaunereia“ von Fritz Klein.

2005 wagten wir uns dann endlich wieder an einen abendfüllenden Dreiakter. Mit der Unterstützung aller Beteiligten übernahm  Arthur Huber mit Hilfe von Gina Schutz die Regie für das Stück „An asteckendi Gsundheit“ von Jakob Stebler. Das Publikum erschien wie gewohnt in recht grosser Zahl. Nach dieser ersten Feuertaufe mit eigener Regie, war man überzeugt, dass dies der richtige Weg war.

In den folgenden Jahren übernahm dann Arthur Huber die Regie.

2006 „Perfekt organisiert“ von Armin Vollenweider

2007 „Z höch usa“ von Martin Fischer

Die Vorstellungen waren sicher nicht mehr so professionell wie in den früheren Jahren, aber man war sicher, dass uns das Publikum den einen oder anderen Fehler verzeihen würde.

 

Die Theatergruppe beschränkte sich aber nicht nur aufs Theaterspielen. In den Jahren 1984 bis 1990 organisierte Martin Aebischer alljährlich am 06. Dezember den Samichlaus. Die Eltern konnten sich dann für einen Besuch vom Samichlaus anmelden. Gemeinsam gingen sie mit der Kinderschar in den Wald und holten den Samichlaus ab. Manchmal gab es sogar am offenen Feuer heissen Tee und Georg Ambühl stand mit Ross und Wagen bereit.

Ab 1991 übernahm die Jungmannschaft diese Tradition.

Auch an der alle zwei Jahre stattfindenden Dorfbsatzig war die Theatergruppe immer wieder aktiv. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt: Bsatzigzytig, Fragespiel, selbst geschriebene Sketche ... So unterhielt der Verein das Publikum an den Dorfbsatzig von 1996, 1998 und 2002. Passagen aus den Sketchen von ‘98 werden noch heute zitiert ...

Leider kamen nicht alle unsere spitzen Artikel bei allen gleich gut an, besonders die Betroffenen reagierten etwas verärgert.

Dies war auch der Grund, warum sich bald niemand mehr bereit erklärte, bei der Bsatzigszytig oder bei Sketchen mitzuwirken. Es war schon etwas schwierig, treffend zu sein und trotzdem keine empfindliche Seele zu verletzen.

 

Um den Zusammenhang in der Theatergruppe zu fördern und zu festigen, fingen wir an, diverse Ausflüge und Reislein zu organisieren:

2000    Tell Freilichtspiele in Interlaken 2 Tage

2002    Wanderung Elahütte

2003    Wanderung Bavugls

2004    Wien 3 Tage

2005    München 3 Tage

2006    Gitschenen 3 Tage

2006    Wanderung und Leseprobe Falein

2007    Ausflug mit Leseprobe Cavaglia

 

Für unser Jubiläumsjahr hatten wir den Schwank „Charlys Tante“ von Brandon Thomas ausgesucht. Den meisten ist dieses Stück sicher bekannt, besonders als Spielfilm mit Peter Alexander.