Wolkenhimmel

Jahresbericht des Präsidenten 2019/2020


Es ist unterdessen zur Tradition geworden, das Theaterjahr mit dem gemütlichen Fest in Edi`s Werkstatt zu beginnen. Wie gewohnt war es wieder ein sehr gelungener Abend!! Vielen Dank an die ganze Familie Schmidt und allen Helfern.

Die erste Herausforderung war natürlich wieder die Stückwahl. Im Laufe des Sommers hat die Theaterkommission wieder eine ganze Reihe an Textheften gelesen, so dass wir an der Sitzung vom 09. September 2019 eine engere Auswahl treffen konnten. Wir vertagten die endgültige Entscheidung auf den 16. September, wo wir uns dann für "Wie wär`s mit Tee" entschieden hatten.

Der Startschuss für die Theatersaison 2019/2020 fand dann, wie an der GV beschlossen, vom 08. bis 10. November in Braggio statt. Wir wurden sehr herzlich empfangen und wir durften im ganzen Dörfchen verteilt diverse Ferienwohnungen oder gar Häuschen beziehen.

Ein sehr gemütlich und vielseitig eingerichteter Gemeinschaftsraum stand uns auch zur Verfügung. Dort konnten wir gemeinsam die Halbpension geniessen und auch die erste Leseprobe abhalten. Am Samstag unternahmen wir gemeinsam eine tolle Wanderung die uns nach Selma, dann mit der Seilbahn nach Landarenco und wieder zu Fuss nach Arvigo und mit der Seilbahn nach Braggio brachte.

Nach dem Nachtessen haben wir das neue Stück noch einmal gelesen und liessen den Abend

gemütlich ausklingen.

Am Sonntag ging es dann mit einem gemütlichen Stopp, in Bellinzona wieder zurück nach Filisur.

Nach dem tollen Start in die Theatersaison in Braggio, fingen wir dann ab dem 02. Dezember

mit den Proben, wie gewohnt jeden Montag- und Mittwochabend, an.

Neben den Proben gingen auch die Kulissenbauer und Requisiteure ans Werk, und zauberten, wieder ein tolles Bühnenbild heran.

Am 28. Februar durften wir dann unser Stück, "Wie wär`s mit Tee" das erste Mal dem Publikum zeigen.

Es kam sehr gut an, und wir freuten uns riesig auf die Premiere, doch was dann geschah, hat wohl keiner für möglich gehalten??!!

Nach der Hauptprobe am Freitag, erhielt ich die Mitteilung vom Gemeindepräsidenten, dass ich, wegen dem neuen "Corona Virus" die Veranstaltung den Kantonalen Behörden melden, ein Formular ausfüllen und per Mail den Beamten in Chur senden müsse.

Wir alle gingen davon aus, dass dies eine reine Formsache sei und nur zur Info Zwecken diene, waren bis dahin ja Veranstaltungen bis 1000 Personen ohne Einschränkungen zugelassen. Also für uns absolut kein Thema.

Nachdem wir am Samstag alles aufgestellt, das Buffet eingerichtet, die Brötchen gestrichen und alle bereit waren loszulegen, kam die Hiobsbotschaft von Chur, dass wir die Veranstaltung nur mit maximal 50 Personen durchführen dürfen!!

3 1/2 Stunden vor der Premiere blieb uns nichts anderes übrig, als die Premiere abzusagen und möglichst viele Personen über die verschiedenen Medien wie Whats App, Facebook u.s.w. oder Telefonisch zu erreichen.

Völlig frustriert sassen wir nun da, im leeren, wunderbar dekorierten Saal und spülten uns den Frust allmählich herunter, bis einige aufstanden, und sagten, los, kommt, wir spielen trotzdem, wenn auch nur für die paar wenigen die noch gekommen sind.

Und so kam es, dass es trotz allem, doch noch ein gemütlicher Abend für die Anwesenden wurde.

An der Mittwochsprobe hielten wir dann eine Krisensitzung ab, an welcher wir eine Lösung für die kommenden 2 Vorstellung suchen mussten. Anwesend war  auch Francesco Belotti vom Romanischen Radio RTR, und hat mit einigen von uns ein kurzes Interview gemacht, wo wir ein bisschen unseren Frust über die geplatzte Premiere loswerden konnten und so auch das geschehene und, was wir noch tun könnten, schildern konnten.    

Im Verlaufe des Abends wurde immer klarer, dass wir mit maximal 150 Personen die Theatervorstellungen am kommenden Wochenende durführen dürfen.

Es kam der Vorschlag, ein Live Stream zu machen, und so die Vorstellung Live über`s Internet zu senden. Eine tolle Idee!! Jeannine schaute dann mit Curdin Fliri, welcher sich bereit erklärte, uns das ganze Equipment, das er grosszügiger weise vom Fernsehsender RTR gratis zur Verfügung gestellt bekam, zu installieren. Er blieb dann auch gleich, und hat während der Vorstellung die Geräte bedient, umgeschaltet und gezoomt, so perfekt, als ob er an allen Proben dabei gewesen wäre. Noch einmal einen herzlichen Dank für das spontane Helfen. Es wäre ohne Curdin Fliri gar nicht möglich gewesen, in so kurzer Zeit ein Live Stream zu organisieren.

Am Samstag waren dann alle voll motiviert, und zum ersten Mal in der Geschichte der Theatergruppe Filisur, wurde unser Stück Live in die ganze Welt übertragen.

Wir waren doch sehr erstaunt, dass doch recht viel zugeschaltet haben. So war es auch nicht ganz so tragisch, dass der Zuschauer Aufmarsch am Samstag und am Sonntag eher bescheiden war. Die Leute waren scheinbar doch sehr verunsichert wegen der ganzen "Corona Panik".

Aber trotz aller Wirren kann ich sagen, alle haben ihr bestes gegeben und wie gewohnt super Theatervorstellungen gezeigt.

 

Als nächstes stand die Theatereise in den Europapark und dem Besuchs des Musicals "Bodyguard" in Zürich auf dem Vereinsprogramm. Leider fiel auch dieses Vorhaben dem Corona Virus zum Opfer und musste abgesagt werden. Die Vorstellung in Zürich wurde abgesagt und der Park geschlossen.

Verschoben ist ja nicht aufgehoben, darum hoffen wir, dass es im kommenden Jahr wieder möglich sein wird und wir die Reise nachholen können. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!!

 

Um die Unkosten der Vereine abzufedern, hat der Bund einen Betrag gesprochen, um den Vereinen eine Entschädigung auszubezahlen. Wir haben vom  Zentralverband Schweizer Volkstheater ZSV ein Formular erhalten, wo wir unsere Ausgaben deklarieren konnten. So habe ich etwas über 3000 Franken aufgelistet und Quittungen beigelegt, in der Hoffnung, wenigstens ein paare Hundert Franken zu erhalten.

Und siehe da, uns wurden die ganzen 3000 Franken gutgeschrieben, was doch wenigstens Finanziell ein schönes Trostpflaster ist.

 

Auch die GV, welche gewöhnlich ende Juni stattfindet, mussten wir verschieben, und darum haben wir sie gleich mit "Schmidt`s  Werkstattfest am 19. September zusammengelegt.

 

Ein aussergewöhnliches Vereinsjahr mit vielen Enttäuschungen aber auch neuen Erfahrungen geht zu Ende, und ich denke, dass im Endeffekt das ganze Desaster um den Corona Virus unserem Verein nicht geschadet, sonder uns möglicherweise mehr Zusammenhalt gegeben hat.

 

Herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben das Theater und das Bühnenbild auf die "Bretter" zu bringen, die Sponsoren und Inserenten zu suchen, die Festwirtschaft zu organisieren, die Programmhefte zu gestalten u.s w..

Aber auch einen besonderen Dank, an alle, die in der "Not" an und nach der Premiere geholfen haben, das "Vereinsschiff" auf Kurs zu halten.

 

 

 

Hiermit schliesse ich meinen Jahresbericht mit dem besten Dank an alle für ihr Mitwirken.

 

 

 

 

Euer Präsident:  Arthur Huber